Das Müllaufkommen an der Schule Reduzieren, das gelang den Schülerinnen und Schülern der Willi Graf Schule St. Ingbert am 1. Dezember 2017, dem ersten „Abfallfreien Freitag“ am BBZ. „Den Anstoß gab uns die Anregung des Zeitbild-Verlages, der die Aktion „Gib Abfall einen Korb“ ausschrieb und für gute Ideen einen Preis auslobte“, geht Yannick Leist auf die Vorgeschichte der Idee ein. „Mit unserer Klasse überlegten wir, wie wir diese Idee umsetzen könnten und kamen dabei auf den „abfallfreien Freitag“, womit wir einerseits ein Zeichen setzen und andererseits das Bewusstsein für die Müllproblematik schärfen wollten“, ergänzt Carina Zimmer. „Doch brauchten wir dafür Partner, zuerst die Schulleitung, dann die Haustechnik, nicht zuletzt die Lehrer und vor allem die Schüler. Also baten wir unsere Schülersprecherin, das Konzept auf einer Gesamtkonferenz den Lehrern vorzustellen, bevor wir mit den Klassensprechern in die Detailplanung gingen. „Es war uns klar, dass wir nur mit einer groß angelegten Kampagne die Schüler erreichen würden, eine einzelne Durchsage über die Lautsprecher hätte nicht genügt“, beschreibt Nico Becker die Herangehensweise. „Zuerst starteten wir mit einer Plakataktion, wobei an allen zentralen Punkten, den Eingängen und Ausgängen selbst gestaltete Plakate aufgehängt wurden, die wir selbst von Hand gestaltet hatten. Wir spielten dabei mit dem „A“ von Abfall und dem Datum, dem 1. 12. 2017, ohne dass wir sofort deutlich machten, worum es ging. Wir wollten damit die Mitschüler und Lehrer neugierig machen und für das Problem sensibilisieren. Dass wir dabei vergaßen, die Schulleitung über das Aufhängen der Plakate zu informieren, erwies sich im Nachhinein als ausgezeichneter „Werbegag“. Mit der Frage „Wer hat das aufgehängt“ und dem Herumzeigen eines Plakats im Lehrerzimmer, hatten wir maximale Aufmerksamkeit erreicht, ohne extra etwas dafür tun zu müssen,“ beschreibt Nicole Jager die weitere Vorgehensweise. „Nach drei Wochen erfolgte die zweite Plakataktion. Wieder erstellten wir, dieses Mal mit Hilfe von professioneller Software, Plakate, die das Thema Müll und Abfall visualisierten, und die so das Rätsel um das „A“ auflösten. Auch diese 23 Plakate wurden an allen zentralen Stellen aufgehängt,“ ergänzt Josa Grützner. „In der letzten Woche vor dem 1. Dezember wurden dann die Plakate aufgehängt, welche konkret darauf hinwiesen, was wir am 1. Dezember erreichen wollten: eine Schule ohne Müll. Das war an einer Beruflichen Schule mit 16 verschiedenen Schulformen und 1972 Schülerinnen und Schülern schon eine gewaltige Herausforderung. Am Donnerstag, dem 30. November Tag haben wir über die Schulleitung und die digitalen schwarzen Bretter, an denen auch die Vertretungspläne veröffentlicht werden und die von allen Schülern mindestens einmal abgerufen werden, nochmal auf den „Abfallfreien Freitag“ hingewiesen. Dabei gaben wir auch konkrete Tipps, wie Brotbox statt Tüte, Pfandflasche statt Einwegflasche, Kompost in die Grüne Tonne,

also Tipps, wie Abfall vermieden werden kann. Gleichzeitig bat die Schulleitung alle Lehrer, in den Klassen auf den abfallfreien Tag hinzuweisen.Und dann kam der „abfallfreie Freitag“: Alle unsere Anstrengungen führten zu einem überraschend erfolgreichen Ergebnis, das die Erwartungen bei weitem übertraf: Kein Müll in den Fluren und in den Pausenhöfen, deutlich weniger Müll in den Sammelbehältern, und die als Eyecatcher aufgestellten Feuerschalen in den Raucherzonen zogen die Kippen der Raucher geradezu magisch in sich auf, sodass auch die Zigarettenreste auf dem Gehweg ausblieben,“ so Florian Sauer über seine Eindrücke vom 1. Dezember. Der Dank der Organisatoren gilt deshalb  allen am BBZ St. Ingbert, dass sie sich auf dieses Event so intensiv eingelassen haben und tatsächlich dem Abfall einen Korb gegeben haben. Überraschenderweise war auch an den folgenden Tagen kein Müll mehr auf dem Boden und in den Fluren, ein Zeichen, dass die Kampagne tatsächlich zu einer hoffentlich nicht nur kurzen Bewusstseinsänderung geführt hat.