Was würde ich für einen Freund tun? Diese Frage stellen sich jetzt auch einige der Schülerinnen und Schüler der Technischen Gewerbeschule, der Sozialpflegeschule und der Fachoberschule am BBZ St. Ingbert, nachdem Sie die spannende Lesung von Boris Koch gehört hatten. Auf Einladung der Stadtbücherei las Koch aus seinem Roman „Vier Beutel Asche“. Hier beschließen vier Jugendliche, ihrem Freund seinen großen Wunsch zu erfüllen, nämlich aus dem Dorf, in dem er gelebt heraus zu kommen und im Meer bestattet zu werden. Spannend auch die Diskussion, die sich im Anschluss an die Lesung entspann. Ob Koch selbst schon so etwas erlebt habe, wollte ein Schüler wissen? Nein, er habe noch keine Urne aus dem Friedhof ausgebuddelt, aber er habe von so etwas schon gehört. Seit wann er schreibe, wollte ein anderer wissen. Seit seinem 16. Lebensjahr, zunächst Kurzgeschichten später auch Romane. Wie er gemerkt habe, dass er dafür Talent habe? Als ein Freund ihm den E-Bass aus der Hand genommen habe und ohne vorher darauf gespielt zu haben, das Instrument besser beherrscht habe, als er. Was sein meistverkauftes Werk sei? „Die Drachenflüsterer“ werde immer noch gerne gekauft. Ob er vom Schreiben leben könne? Ja, es reiche für eine Vierzimmerwohnung in Leipzig, für den Urlaub mit Frau und Tochter, ein Auto brauche er nicht, seitdem er in Berlin gelebt habe und ein gut ausgebautes öffentliches Nahverkehrssystem kenne. Kräftiger Applaus am Ende der Lesung zeigte, dass Boris Koch bei den Jugendlichen gut angekommen war und dass die Stadtbücherei eine glückliche Hand bei der Auswahl hatte. Möglich wurde die Lesung durch die finanzielle Unterstützung des  Friedrich Boedecker Kreises Saar, der sich zur Aufgabe gestellt hat, Jugendliche durch Begegnung mit zeitgenössischen Autoren an Literatur heranzuführen.
Foto: Joachim Frenzel-Paal; Boris Koch im Gespräch mit Schülern des BBZ in der Stadtbücherei St. Ingbert