In Andenken an den Todestag Willi Grafs vor 76 Jahren zeigt das BBZ St. Ingbert die Ausstellung „Widerstand im zwanzigsten Jahrhundert“, die von der    „Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung“ zusammengestellt wurde. Die Ausstellung erinnert einerseits an die von der GeStaPo als „Kreisauer Kreis“ benannte Widerstandsgruppe um Helmut James Graf von Moltke und an die Kämpfe in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts in Osteuropa für freie und geheime Wahlen und Rechtsstaatlichkeit. Der Kreisauer Kreis spielte für die Weiße Rose insofern einer wichtige Rolle, als durch seine Mitglieder das fünfte Flugblatt nach England geschmuggelt worden war. Von dort wurde es zu Hunderttausenden von Flugzeugen über Deutschland abgeworfen, um den Menschen hier zu zeigen, dass es in Deutschland einen Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime gab. Erst dadurch sei die Weiße Rose deutschlandweit bekannt geworden. Schulleiterin Mechthild Falk sprach in Ihrer Begrüßung die Selbstverpflichtung an, die sich das BBZ mit der Namensgebung „Willi Graf Schule“ gegeben hat. Er stehe für das Streben nach Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie in einem vereinten Europa, das sich klar gegen Rassismus und Rechtspopulismus stelle.
Über aktuelle Tendenzen des Rechtsradikalismus informierte im Anschluss Michael Groß vom Adolf Bender Zentrum in St. Wendel. Er ging auf die perfide Methode ein, mit der diejenigen, die den Nationalsozialismus als Mückenschschiss der Geschichte verharmlosen, ausgerechnet mit einer Weißen Rose am Revers versuchten, den Widerstand für sich zu vereinnahmen. Die Saarbrücker Zeitung widmete der Veranstaltung eine halbe Seite, die hier nachgelesen werden kann.
Joachim Frenzel-Paal